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2009-09-03 10:28:00
„Verantwortungslosigkeit, Fahrlässigkeit und Geschäftemacherei mit der Nuklearenergie, mit der Menschenleben leichtfertig gefährdet werden, das steht hinter der jetzt von der industriellen Atom-Lobby und den von ihnen vereinnahmten Regierungen mit Volldampf betriebenen Fertigstellung der Schrottreaktoren 3 und 4 des AKW Mochovce“, warnt der Österreichische Zivilschutzverband (ÖZSV) vor einer zivilen Nuklearkatastrophe.
Das etwas mehr als 160 km von Wien entfernte und in der Südslowakei liegende Atomkraftwerk Mochovce ist wegen seiner total veralteten Technologie eines der gefährlichsten AKWs in Grenznähe. Das dürfte jetzt sogar die EU-Kommission erkannt haben, die auf Basis des anachronistischen und der Atom-Lobby Tür und Tor öffnenden Euratom-Vertrags weiterhin hunderte Millionen Euro in überholte AKW-Technologien buttert. Die Reaktorblöcke 3 und 4 von Mochovce stammen aus den frühen 1970-iger Jahren und werden nun in derselben Manier zu Ende gebaut. Das muss verhindert werden, denn dieses AKW ist nicht gegen Terroranschläge und Erdbeben gerüstet, es fehlt die Schutzhülle und für den Nuklearmüll gibt es keine Entsorgungsvorkehrungen. Die völlig veralteten russischen Reaktoren sind ein Hochrisiko! Daher wiederholt der ÖZSV seine Forderung nach einem Anti-Atom-Stabilitätspakt in der EU nachdrücklich, der den Euratom-Vertrag überholen würde! Denn Industrieländer, die vor Jahren ihren eigenen Atomausstieg propagiert hatten, ignorieren ihn heute und haben zum Teil selbst die Rolle der Atom-Lobbyisten übernommen. So war es Italien, das sich in der zweiten Hälfte der 1980-iger Jahre im Wege einer Volksabstimmung für einen Ausstieg aus der Atomenergie ausgesprochen hat. Aber daran erinnert man sich offenbar nicht mehr, denn heute ist der italienische Energiekonzern ENEL 66-Prozent-Eigentümer des slowakischen AKW-Sarkophages. Italien ist einer der wenigen atomenergiefreien Staaten Europas. „Es darf nicht sein, dass die persönliche Sicherheit der Bürger in Europa durch die Atom-Lobby bagatellisiert wird“, so der Appell an die Adresse aller EU-Staaten, in denen AKWs betrieben werden. Der europaweite Atomausstieg müsse mit aller Kraft vorangetrieben werden, in allen EU-Ländern müsse verhindert werden, dass die Atomenergie weiter ausgebaut wird! Weder sollten der Bau neuer AKWs noch die Erweiterung bestehender zugelassen werden. Gleichzeitig muss mit Hochdruck an der Erschließung und Entwicklung erneuerbarer Energien gearbeitet werden! Der Zivilschutzverband fordert mehr Sicherheitsbewusstsein der Bevölkerung: „Solange es Atomkraftwerke gibt, besteht die Möglichkeit eines zivilen nuklearen Unfalls. Es ist daher absolut notwendig, zu wissen, wie man sich gegen die Folgen einer solchen Katastrophe schützt. Dazu muss man sich aber entsprechend informieren“. Und zwar beim Zivilschutzverband (http://www.zivilschutzverband.at) und in den Sicherheitsinformationszentren (SIZ) der Gemeinden (http://www.siz.cc).